Presse
http://fr-online.de/frankfurt_und_hessen/campus/2736300_Demo-gegen-Bildungsabbau-Wieder-unterwegs.htm
http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=34954&key=standard_document_39246511
http://www.fnp.de/hk/region/hessen/junge-hessen-demonstrieren-fuer-bessere-bildung_rmn01.c.7808654.de.html
http://www.tagesschau.de/inland/bildungsproteste104.html
Pressemitteilung des Protestplenums am 9.6.2010
Zur Demonstration „Freie Bildung für ein freies Leben“
Heute demonstrierten in Frankfurt ca. 1000 Personen für die Demokratisierung und gegen
die Militarisierung von Bildungseinrichtungen. Sie erteilten eine Absage an die massiven
Einsparungen im Bildungs- und Sozialwesen zur Rettung des krisengeschüttelten
Kapitalimus. Unter dem Motto „Freie Bildung für ein freies Leben“ rief ein breites Bündnis
aus Schüler*innen, Azubis und Studierenden zur Teilnahme auf. Sogar Grundschüler*innen
auf einem Schulausflug solidarisierten sich mit der Demonstration.
Den Passanten*innen bot sich das Bild einer bunten, offenen und lauten Demonstration:
antikapitalistische Sprechchöre wechselten sich mit Rufen des Widerstands gegen ein miserables
Bildungssystem ab. Die Demonstrationsteilnehmer*innen, darunter Schüler*innen, Azubis und
Studierende, zeigten ein breites Bewusstsein dafür, dass die gegenwärtigen schlechten Lehr- und
Lernbedingungen logische Konsequenz des herrschenden Systems sind.
Die „Selbstheilungskräfte“ des Kapitalismus seien noch nie mehr als Ideologie gewesen, so hörte
man in einigen Redebeiträgen. Spätestens nach der ungeheuerlichen Forderung eines
„Solidarbeitrag in der Krise“ von ohnehin schon unterfinanzierten Bildungs- und
Sozialeinrichtungen müsse jedem klar sein, zulasten welcher gesellschaftlichen Gruppen hier
gewirtschaftet werde.
Des weiteren wurde über die Militarisierung der Schulen und Hochschulen aufgeklärt. Die
Bundeswehr sendet Jungoffiziere zu Werbezwecken an Schulen und Hochschulen. Auch an der
Universität Frankfurt wird verdeckte Rüstungsforschung betrieben. „Das marode, Bildungssystem
bietet den Lernenden nicht erst seit den massiven Kürzungen keine vernünftige Lebensperspektive.
Statt dessen tüfteln Bundeswehr und Landesregierung gemeinsam daran, an Universitäten und
Schulen für Krieg und Kriegsforschung zu rekrutieren. Dies ist eine weitere Spitze des täglichen
Zynismus in unserer Bildungspolitik“, so Sarah Celik, Sprecherin des Protestplenums.
Großes Engagement, ganz ohne Belohnung durch Noten, Geld oder Creditpoints, zeigten
Schüler_innen und Auszubildende beim Mobilisieren an den Schulen. Dabei kam es zu einem
unerfreulichen Zwischenfall. Nachdem Zivilbeamte der Polizei schon durch repressive
Personenkontrollen auf sich aufmerksam gemacht hatte, wurden an der Musterschule unter Protest
Kameras zur Beobachtung der Demo eingesetzt: Einige Demonstrationseilnehmer*innen hatten
zuvor begonnen, in der Schule Informationsmaterial zu verteilen. Die Rektorin machte daraufhin
Gebrauch von ihrem Hausrecht und drohte mit Anzeigen wegen Hausfriedensbruches. „Es ist
schade, dass die Autoritäten in den Bildungseinrichtungen meist mit Repression und Strafe drohen,
statt die Protestierenden zu unterstützen.“
Als der Demonstrationszug am IG-Farben-Campus vorbeilief, wurde an die Casinobesetzung des
letzten Winters erinnert. Die Demonstrierenden bekundeten lautstark ihre Solidarität mit den 106
aus dem Casino geräumten Personen gegen die nun Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs
erstattet wurde. „Es ist wichtig, dass wir weiterhin solidarisch miteinander und mit anderen sozialen
Kämpfen sind. Die heutige Demonstration zeigt, dass es möglich ist, ein breites Bündnis
aufzustellen und mit unterschiedlichen Perspektiven für ein gemeinsames Ziel zu kämpfen,“ so
Markus Niemeier, Sprecher des Protestplenums. Äußerst erfreut zeigte er sich über eine Gruppe von
Grundschüler*innen , die sich mit großem Interesse über das Infomaterial zu den Protesten
hermachten: „Schön, dass unser Protest auch für die jüngste Generation sichtbar wurde, vielleicht
protestieren wir ja schon bald gemeinsam.“

